POLOSPOR7

    Canoe Polo World Champioships POZnan

    21. September 2012 von Elena in Featured, Weltmeisterschaft 2012 · 0 Kommentare

    Das fehlende „n“ war ab Wettkampftag zwei dann doch auf den Bannern – ein Hinweis auf die Ambivalenz der Organisation bei den Weltmeisterschaften in Posen. Eine tolle Eröffnungsfeier, durchgehend Live-Stream-Übertragung – auf der anderen Seite aber Verzug auf allen Spielfeldern, ausfallender Strom und schwingende Tore.

    Eröffnungsfeier

    Kurze Reden, professionelle Akrobatik und ein atemberaubendes Feuerwerk. Die Eröffnungsfeier hätte für uns Sportler besser nicht sein können. Am nächsten Tag fingen die Spiele früh an, daher war die Kürze der Feier uns gerade recht.

    Organisation

    So viele Teams hatte die Kanupoloweltmeisterschaft noch nie – das schlug sich in einigen Kuriositäten nieder. Die ersten Spiele bestritten die Mannschaften schon vor der Eröffnungsfeier; zusätzlich musste die pro Zeit angesetzte Zeit so knapp berechnet werden, dass es schon am ersten Tag zu einem Verzug von fast einer Stunde kam. Um diesen aufzuholen, wurde ein Spiel auf ein anderes Feld verlegt und die deutschen Damen kommen fast zu spät zu ihrem ersten Spiel. Der Ausfall der Scoreboards auf allen Feldern für mehrere Minuten oder verdrehte Live-Spielstände sind zu verkraften, stark schwingende Tore schon weniger. Diese Kleinigkeiten können den insgesamt positiven Eindruck, den die Organisation dieser Weltmeisterschaft bei mir hinterlassen hat, aber nicht trüben.

    Die Spiele

    Das Niveau der Herrenklasse wächst stetig, die Leistungen der besten zehn Mannschaften verdichten sich zusehends, fast alle Spiele sind offen. Während auch bei den Damen neue Mannschaften für Spannung sorgen – Italien rang zum Beispiel allen drei Zwischengruppengegnern (Frankreich, Deutschland und Neuseeland) knappe Spiele ab – ist hier das Leistungswachstum nicht so stetig. Speziell Großbritannien und Neuseeland haben sich gegenüber ihrer stärksten Jahren nicht verbessert. Deren Halbfinale hätte vor zwei Jahren weniger wacklig ausgesehen, Großbritannien hätte das damals abwehrstarke Team aus Neuseeland vermutlich kreativ ausgekontert. In diesem Jahr ein spannendes Halbfinale auf spielerisch niedrigerem Niveau.

    Frankreich kämpft trotz individueller Stärke mehr gegen sich selbst als den Gegner, was sich in unsicher wirkenden Spielen niederschlägt. Das deutsche Spiel hat sich geöffnet und ist schneller und kreativer geworden, dafür ist das Spiel mitunter unorganisiert – dabei war die taktische Disziplin ehemals eine Stärke der Deutschen.

    Die Spieler

    Der Körperbau der Spielerinnen ändert sich auffällig. Die Nationalspielerinnen sind tendenziell kleiner und agiler – werden die Kaderspielerinnen nach den neuen Anforderung durch ein moderneres Spiel selektiert, werden Ernährung und Training professionneller – liegt es am Materialfortschritt oder an der Shot-Clock – oder ist es einfach nur Zufall? Diese erste Beobachtung bringt mich zur nächsten Frage: Welche Zusammensetzung von Spielerinnen macht eine gute Mannschaft?

    Die Mannschaften

    Die Französinnen haben alles: Fitte Spielerinnen, darunter erfahrene und kreative. Dennoch wirkt die Mannschaft lethargisch und ideenlos, schafft es nicht in ein Halbfinale. Eine gute Stimmung im Team, der Wille, für seine eigene Motivation zu sorgen und Charaktere, die sich ergänzen, sind also für eine wirklich starke Mannschaft unerlässlich.

    Natürlich reicht auch eine einzige überragende Spielerin nicht. Im Team aus Großbritannien ist das Leistungsgefälle nach Ginny Coyles zu stark. Die U21 Mannschaft zeigt, dass im Vergleich zu den anderen großen Polonationen die Nachwuchsarbeit hinkt und zu wenige junge gute Spielerinnen nachkommen. Die Mannschaft hat ihr Spiel an eine im Vergleich zum Vorjahr schwächere Torwärtin angepasst und viel Manndeckung gespielt – durch die mangelnde Leistungsdichte im Team war das Pressing aber größtenteils ungefährlich. Anders als noch ihre offensive Deckung der letzten Jahre, die aber auf die überragende Torwärtin dieser Jahre angewiesen war.

    Die Mannschaften aus Oversees spielen wie immer „anders“. Ihnen fehlen die guten Werferinnen und individuell starken Führungsspielerinnen, taktisch allerdings sind sie die stärksten Teams. Besonders Australien spielt sehr diszipliniert und als Mannschaft geschlossen.

    Deutschland zeigt seine größten Schwächen im Halbfinale gegen Australien. Nach großen nicht genutzten Chancen in den ersten Spielminuten verliert die Mannschaft den Zug zum Tor und macht es bis zum Ende spannend. Die Abschlussschwäche vor dem Tor kann nur zum Teil auf die gute australische Torwärtin geschoben werden. Auch an Fitness und Konzentration muss das Team arbeiten, wenn es sich im nächsten Jahr bei den World Games gegen die besten Fünf durchsetzen möchte.

    Die Fans

    Deutschland holt nicht nur die meisten Medaillen, sondern brachte auch die meisten und besten Fans mit. Danke!

    Der Ausblick

    Für uns Damen heißt es, weiter an uns zu arbeiten und im nächsten Jahr in einem noch stärkeren Feld von Damenteams ebenfalls zu bestehen. Der World Games und Europameisterschaftstitel wollen den Engländern ebenfalls aus der Hand genommen werden!

    Alle Ergebnisse im Detail gibt es auf der offiziellen Homepage.

    Disclaimer: Please be careful reading this with the help of an automated translator. It really messes up the tone of my article. Contact me or comment if you disagree and I am sure we can blame the bad translation ;)

    About Elena

    Nationalspielerin und Weltenbummlerin Elena Gilles spielt in der aktuellen Saison für Hanau und hat dieses Jahr ebenfalls die Chance auf drei Titel: Weltmeister mit Alexandra Bonk und die Möglichkeit Sieger in Deutschland wie Gewinner der Club Champs zu werden - wobei hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Sie versorgt uns mit Artikeln und Informationen aus der Frauenwelt des Polosports.

    Alle Beiträge von Elena anzeigen →

    POLOSPOR7 auf Twitter

    Popular on POLOSPOR7

    Kanupolo

    Wenn Kanuten und Rugbyspieler zusammen eine Sportart entwickeln müssten, würde wohl Kanupolo enstehen. Auf einem 35 mal 25 Meter langen Spielfeld kämpfen zwei Mannschaften á 5 Feldspieler mit nur einem Ziel: In zwei Mal 10 Minuten mehr Tore werfen als der Gegner. Für alle, die mehr über Kanupolo erfahren wollen, lohnt ein Blick in das Polo 1x1, die Media-Sektion oder ein Besuch bei einem der 118 Vereine.

    POLOSPOR7

    Auf POLOSPOR7 [ ˈpoːlospɔːt ] dreht sich alles um Kanupolo - die beste Sportart der Welt. In einem Mix aus Artikeln, News-Bits, Turnierinfos, Ergebnissen und Fotostrecken berichten Sebastian Bonk und Elena Gilles über Kanupolo in Deutschland und der Welt. Folgt POLOSPOR7 bei Twitter oder auf Facebook um nichts in der Kanupolo Welt zu verpassen.