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    Damen-Polo International

    13. Juli 2012 von Elena in Damen, Kanupolo · 0 Kommentare

    Werfen wir einen Blick auf den internationalen Polo. Im Damenpolo haben hier neben Deutschland vor Allem die nationalen Ligen in Großbrittanien, England und Italien großen Einfluss. Einerseits durch den Export ihrer guten Spieler, andererseits durch die konstant gute Form der Nationalmannschaften und Vereinsmannschaften, die bei internationalen Wettkämpfen ihre Zähne zeigen. Die Form einzelner Spieler bleibt für die Weltmeisterschaft interessant. Gleichzeitig sind einige Qualifikationen für die European Club Championships, die dieses Jahr in Duisburg stattfinden, schon durch.

    Großbritannien

    Rückblick: Nachdem sich das Dreamteam aus Ginny Coyles und Prudence Blyth nach 2010 in zweierlei Hinsicht getrennt hat – Ginny setzte für die Europameisterschaft in Madrid ihre Nationalmannschaftskarriere aus, und Pru wechselte zu Meridian nach London – hat sich auch die absolute Vormachtstellung von sowohl ihrem ehemaligen Vereinsteam FOA Liverpool als auch der „GB girls“ aufgeweicht. 2011 gewann das englische Team die Europameisterschaft ohne Ginny mit einigem ungewöhnlichen Wackeln (ein Unentschieden gegen Spanien in der Zwischenrunde und ein dritter Platz auf dem so wichtigen Vorbereitungsturnier in Mechelen). FOA gewann die European Club Championships und die englische Meisterschaft, das Duell zwischen den beiden Topteams war aber knapper denn je.

    Da in England die Saison im Winter gespielt wird (was den englischen Teams regelmäßig einen Fitnessvorteil auf frühen internationalen Turnieren verschafft), steht der Meister schon fest. Erneut konnten die Friends of Allonby aus Liverpool den Titel nach Hause holen. Durch Punktgleich heit mit der Londoner Mannschaft entschied die Tordifferenz. Kurioserweise zeigte diese für die Mannschaft aus Liverpool erst auf Sieg, als die Ergebnisse gegen ein Team, dass vorzeitig aus dem Ligabetrieb ausschied, aus der Gesamtwertung herausgerechnet wurden. Dennoch – FOA ist Meister und nimmt damit an den „Euro Club Champs“ teil. Das zweite Team wird in England über die British Club Championships ermittelt, die an diesem Wochenende (14./15. 7.) stattfinden.

    Die Nationalmannschaft, die von den Trainern (in diesem Jahr die ehemalige Nationaltorhüterin Ellie Bridgestock) für gewöhnlich nach dem Turnier in Mechelen nominiert wird, steht fest. Nur für Außenstehende überraschen dürfte dabei das Fehlen von Pru Blyth. Gerüchten zu Folge können wir für die Weltmeisterschaft allerdings mit der Verstärkung der immer noch auf hohem Niveau spielenden Ginny Coyles rechnen. Diese Entscheidung hat sicher mit der zu erreichenden Qualifikation für die World Games zu tun, da sich GB nach dem Rückzug einiger Stammspieler aus dem letzten Jahr in dieser Saison bisher in ungewohnt schwacher Form gezeigt hat.
    Auch die britische U21 ist nominiert. Großbritanniens Nachwuchsprobleme zeigen sich in der Mannschaft – nur sechs teilweise noch sehr unerfahrene Spielerinnen spielen in diesem Jahr um den Titel.

    Frankreich

    Auch in Frankreich steht der erste Teilnehmer bei den European Club Championships fest: CD44. Das „lila Team“, unterstützt durch die Italienerin Ada Prestipino, hatte im internationalen Vergleich schon in Charleroi auf sich Aufmerksam gemacht. Dort noch mit Hilfe durch weitere Nationalspielerinnen, brachten sie das deutsche Damenteam über Teile des Finalspiels in Verlegenheit. Das Team um die technisch versierte Valérie Sibioude, die mit ihrem äußerst unberechenbaren Wurf zu den besten Spielerinnen der Welt zu zählen ist, musste in der gesamten französischen Saison der N1 nur in einem Unentschieden gegen den zweitplatzierten aus Montpellier Punkte lassen. Ähnlich wie in England wird der zweite Teilnehmer neben dem Meister für die „Championsleague“ bei einem Pokal, dem Coupe de France, entschieden.

    Die U21-Nationalmannschaft, größtenteils besetzt mit Spielerinnen des Vizemeisters Montpellier, konnte in Mechelen einen Sieg gegen die deutsche U21 einfahren. Wie stark das Team tatsächlich ist, zeigt sich wohl erst auf der WM.

    Auch die „große“ Nationalmannschaft ist seit dem Turnier in Mechelen nominiert. Der ehemalige U21-Damentrainer scheint sich auf eine Verjüngung des Teams vorzubereiten. Nachdem der Vizeeuropameister beim ersten ECA-Cup-Turnier in St. Omer nicht die gewünschte Leistung brachte, trat eine um das Urgestein Gaelle Francois und die Torhüterin Virginie Brackez reduzierte Mannschaft in Mechelen an, um den Nachwuchspielerinnen die Chance zu geben, sich zu beweisen. Am Ende konnte die U21-Weltmeisterin Jade Vassalo, sowie Mélanie König als zweite Torwärtin, überzeugen. Die Mannschaft ist damit gegenüber derjenigen, der das deutsche Team im letzten Jahr im Halbfinale unterlag, nur in kleinen Teilen verändert.

    Italien

    Anders als in den nationalen Ligen in England und Frankreich, die durch eine reine Tabelle ausgespielt werden, wird der italienische Meister durch Playoffs ähnlich dem deutschen System ermittelt. Im Gegensatz zu Deutschland verzichtet man hier allerdings auf Viertelfinalspiele.
    Wie in vorherigen Jahren holen sich die Italiener auch bei den Damen hochkarätige Unterstützung aus den anderen europäischen Nationen. Nachdem im letzten Jahr Aimee Robson die Mannschaft des PC Catania unterstützte, die auch prompt gewannt, unterstützt in diesem Jahr wieder Pru Blyth das Team. Die Deutsche Margareth Neher spielt weiterhin für CN Posillipo aus Neapel. Die Leistungsunterschiede in der italienischen Serie A sind groß, daher können sich seit mehreren Jahren nur diese beiden Teams ernsthafte Chancen auf den Titel ausrechnen. In diesem Jahr scheint das Team aus Catania, das auch den größten Teil der italienischen Nationalmannschaft stellt, bisher stärker. Die endültige Entscheidung fällt hier am 21./22. 7. im sizilianischen Siracusa.

    Das Nationalteam hat trotz der Rückkehr der erfahrenen Francesca Ciancio in dieser Saison noch keine überzeugende Leistung zeigen können. Dennoch kann man sagen, dass sich der italienische Damenpolo stetig steigert. Mit den italienischen Vereinsteams ist aber spätestens seit dem Sieg von Posillipo über FOA im Finale der Club Championships in Essen 2010 zu rechnen.

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    Nationalspielerin und Weltenbummlerin Elena Gilles spielt in der aktuellen Saison für Hanau und hat dieses Jahr ebenfalls die Chance auf drei Titel: Weltmeister mit Alexandra Bonk und die Möglichkeit Sieger in Deutschland wie Gewinner der Club Champs zu werden - wobei hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Sie versorgt uns mit Artikeln und Informationen aus der Frauenwelt des Polosports.

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